Von Gulaschkanonen, Augenbrauen und noch mehr....


Weihnachten ist um, der Jahreswechsel (Der mich immer noch nicht tangiert und, nein, ich mag Silvester nicht, ihr braucht mir also gar nicht einzureden, daß das toll sei *grml*) steht vor der Tür. Der geneigte Mensch (und vielleicht auch der ungeneigte? weiß eventuell, daß um diese Zeit etwas Wichtiges ins Haus steht. (Nein, nicht Silvester, den mag ich ja nicht, und noch mal, es hat keinen Sinn, mir einzureden, das sei toll, man könne feiern etc.. checkt es doch bitte einmal: Das findet Ohne Mich statt!!!) Nein, die rede it von der VST, aka Vierschanzentournee, aka Four hills tournament... Grund genug, für mich, als Skisprungfan seit 24 Jahren mal die anderen Fans und v.a sog „Fans“ unter die Lupe zunehmen.
Da gibt es Kategorie A (verschwindend klein, daher wird sie als erstes abgehandelt): Der wahre Fan, der Jahr und Tag zum Selben Springe hält, in guten wie in schlechten Zeiten bis zum bitteren (Karriere)Ende
Dann gibt es noch Kategorie B, die etwas größere: Kategorie Kreischie. Erkennbar an den zur Veranstaltung nicht passenden Kleidung (Miniröcke, Bauchfreie Tops etc) und v.a. an den sinnigen Plakaten. Bekannt wurde diese Spezies vor Jahren, als ein Martin Schmitt den Skisprungsport für sich entdeckte – und die Mädels Martin Schmitt für sich entdeckten. Eklatant wurde diese Phase, äh wurden die Auswüchse des ganzen, als ein Sven Hannawald (ja, genau, der) die Vierschanzentournee gewann. Hachje, er war ja soooo fesch. Und seine Augen so blau. Und das Lächeln, Und überhaupt. Folgeerscheinungen des gesamten: Reihenweise, im wahrsten Sinne des Wortes, Mädchen am Rand der Schanze mit Schildchen „Hanni ich will ein Kind von Dir“. Mal im Ernst, abgesehen davon, daß sich ein Hanni oder wer auch immer, sicher nie auf so ein primitives Niveau (ja, richtig, Niveau, denn Nivea ist was fürs Gesicht) herunterlassen würde – aber um all diese Wünsche (unreifer) Teenies zu erfüllen, äh, zu befriedigen, müßte er schon fast eine Gulaschkanone sein. Und, mal im Ernst: Könnt Ihr Euch Hanni als Gulaschkanone vorstellen? Also ich nicht. Selbes (also, daß er eine Gulaschkanone sein müßte)gilt auch für Martin Schmitt.
Noch wüster wird die ganze Chose allerdings, wenn der Lieblingsspieler sich erbost, die Frechheit zu haben, kein Deutscher (oder Deutschsprachiger), respektive bei Kreischies aus anderen Ländern, die eigenen Nation bzw. Muttersprache zu haben. Man stelle sich vor, der Lieblingsspringer ist – Hausnummer – Norweger und man selbst Deutsche/Österreicherin. Um also dem Hach-so-schnuckligen Idol näher zu sein, beginnt man, die Sprache des Idols zu lernen, wobei man sinnigerweise, weil der Annahme, es sei das wichtigste, mit der jeweils landessprachlichen Übersetzung von  „ti amo“ und „Vorrei sposarmi“ bzw „vuoi andare nel letto con me“ beginnt (so, wer das nicht kapiert hat.... einfach ein Kreischie fragen oder schnell italienisch lernen). Es gibt übrigens auch Spezies unter den Kreischies, die sofort das Hobby des neuen Idols übernehmen. Wenn also (was zumindest bei Fußballern sehr populär ist, bei Skispringern weiß ich nicht, wie es sich diesbezüglich verhält) Idol of the season gerne golft, dann wird sofort Golfspielen begonnen. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne zu überlegen, ob es einen selbst interessiert oder nicht. Naja, Liebe macht auch manchmal blind.
Ganz kurios (oder doch eher traurig?) wird die Sache allerdings, wenn der Erfolg des Idols nachläßt. Klar, dann kann man diesem Springer nicht treu bleiben, man sucht sich schleunigst einen anderen Lieblingsspringer. Natürlich Sprachunterricht in dessen Muttersprache und Übernahme von Hobbies inclusive. Da kann frau dann schon mal arg ins Strudeln kommen, schließlich kann das ja innerhalb eines Tages wechseln. Heute Springer A erster, Morgen Springer B. Und dann ganz umsonst Schwedischkurs gebucht und Tennisschläger gekauft. Springer B ist nämlich Japaner und steht auf Paragleiten.
Seltsamerweise tangiert die Kreischies aber auch manchmal die Leistung nicht wirklich, sondern das Äußere. Jung muß er sein, putzig und schucklig. Alles andre ist egal. Getreu dem Motto: ob blond, ob braun ich liebe alle Frau’n....äääääh Springer. Hachja. Sven Hannawald (s.o.) hatte blaue Augen (na gut er hat sie anzunehmenderweise noch immer), die die Mädelchen reihenweise in Verzückung geraten ließen. Und heutzutage heißt es (natürlich nur, wenn er gerade halbwegs passabel springt) Matti Hautamäki hat Augenbrauen. Seltsam, das einzige Wesen ohne Augenbrauen ist Mona Lisa. Die ist aber ein Gemälde.
In dem Sinne. Ich wünsche Adam Malysz den Tourneesieg, aber Polnischlernen werde ich dennoch nicht.

Achja, und Silvester mag ich immer noch nicht. Avete capito?*Ohrschrauber mach*

28.12.08 16:01

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